
Bild: Das Kloster Huysburg bei Halberstadt.
Um das Jahr 1070 ließen sich in der Nähe dieses Gotteshauses Einsiedlerinnen nieder. Ekkehard, ein Kapitular des Domes zu Halberstadt, wurde von Bischof Burchard II. in diesem Zusammenhang mit der Schirmherrschaft über Kirche und Einsiedlerinnen betraut. Die Einsiedlerinnen konnten Ekkehard dazu bewegen, ein Männerkloster auf dem Huy zu gründen und selbst Mönch zu werden. Am Heiligen Abend des Jahres 1080 wurde Ekkehard zum ersten Abt des Klosters geweiht. Dieses Amt hatte er bis 1083 inne, als er es aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Unter Ekkehard und seinem Nachfolger Alfried entwickelte sich das Kloster so gut, dass es 1084 das Recht der freien Abtswahl verliehen bekam. Alfried von Ilsenburg war über einen Zeitraum von 50 Jahren Abt des Klosters Huysburg. In seiner Amtszeit wurden eine neue Kirche und größere Klostergebäude errichtet. Die jetzt noch stehende Kirche wurde am 1. August 1121 geweiht. 1444 gehörte das Kloster zu den Gründern der Bursfelder Kongregation (siehe Fußnote 1). Das Kloster entwickelte sich in den folgenden Jahren hervorragend und es kam zu weiterer Bautätigkeit.
Während des Mitteldeutschen Bauernkrieges wurde das Kloster im Mai 1525 von den aufgebrachten Bauern niedergebrannt. Erstaunlicherweise begann nach der Niederwerfung der Bauernaufstände der Wiederaufbau des Klosters, der auch durch die sich im Nord- und Mitteldeutschen Raum durchsetzende Reformation nicht gestoppt wurde.
Im Dreißigjährigen Krieg, der die gesamte Region besonders hart traf, wurde das Kloster wiederum Opfer von Plünderungen (siehe Fußnote 2). Im ausgehenden 17. Jahrhundert konnte sich das Kloster wieder zu alter Blüte entwickeln. Zum einen hatte der Friede von Münster und Osnabrück den Bestand des Klosters garantiert - und das inmitten einer protestantischen Bevölkerung über die ein protestantischer Landesherr herrschte. Ein weiterer günstiger Umstand war die Amtszeit des Abtes Nikolaus von Zitzewitz, der von 1676 bis 1704 dem Kloster vorstand. Während seiner Amtszeit entstand das, was wir heute noch an barocker Pracht an und in Kloster und Klosterkirche vorfinden.
1804 wurde durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III. - entgegen der vertraglichen Bindung - das Kloster Huysburg aufgehoben, so wie alle Klöster in der Preußischen Provinz Sachsen. Die Kirche Huysburg wurde zur Pfarrkirche für die Katholiken der Umgebung. Der ehemalige Abt, Carl van Eß, wurde zum ersten Pfarrer berufen. Später wurde er der päpstliche Kommissar der Katholiken im Raum Halle, Magdeburg und Halberstadt. Gleichzeitig wurde das Kloster Huysburg säkularisiert und in eine staatliche Domäne umgewandelt.
Im Jahre 1823 schenkte König Friedrich Wilhelm III. seinem General von dem Knesenbeck, der sich in den Napoleonischen Kriegen verdient gemacht hatte, die Huysburg mit ihren Ländereien, ausgenommen den Besitz der katholischen Pfarre. Der neue Besitzer begann 1828 mit dem Abriss eines großen Teiles des Klosters.
1949 wurde der gesamte Besitz der Familie von dem Knesenbeck verstaatlicht. In den Gebäuden der Familie wurde ein Pflegeheim eingerichtet. Drei Jahre später wurde vom Erzbischof zu Paderborn, in der Voraussicht einer länger währenden Zweistaatlichkeit Deutschlands, auf der Huysburg ein Priesterseminar eingerichtet. Zudem wurde die Huysburg zum Wallfahrtsort. 1972 entstand - mit Hilfe von Benediktinern aus dem polnischen Krakau - das einzige Benediktinerkloster der DDR.
Das Bistum Magdeburg erwarb 1992 die verstaatlichten Teile der Huysburg. 1993 wurde das Priesterseminar geschlossen. Heute ist die Huysburg wieder ein kirchliches Zentrum der Benediktiner. Zudem ist die Anlage eine der schönsten barocken Anlagen Mitteldeutschlands. Das Interieur der Klosterkirche bietet eine Pracht, die im sonst so streng protestantischen Mitteldeutschland nur selten zu finden ist.





Bilder: Im Innenraum der Kirche des Klosters Huysburg.









Bilder: Im Außengelände des Klosters Huysburg.
Externe Links:
Die offizielle Internetseite des Klosters Huysburg
http://www.huysburg.de
Das Kloster Huysburg auf der Internetseite des Bistums Magdeburg
http://www.bistum-magdeburg.de/Detailed/35.html
Der Röderhof im Huy
http://www.roederhof.de
Fußnoten:
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