Friedrich Koenig und der Druckmaschinenhersteller KOENIG & BAUER

Bild: Friedrich Koenig, der Erfinder der Buchdruckerschnellpresse. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Friedrich Koenig wurde am 17. April 1774 in der Lutherstadt Eisleben geboren. Seine Eltern waren einfache Ackerbürger, die an der Viehweide, der heutigen Lindenallee, ansässig waren. Friedrich Koenig muss überdurchschnittlich begabt gewesen sein, denn trotz seiner Herkunft durfte er als Kind neben der Volksschule auch den Privatunterricht eines ortsansässigen Pfarrers besuchen. Danach wurde ihm, obwohl seine Familie nach dem frühen Tode seines Vaters in noch ärmlichere Verhältnisse geriet, der Besuch des Gymnasiums ermöglicht. Bei seiner Demission wurden dem jungen Koenig besondere Kenntnisse in Mechanik und Mathematik bescheinigt.

Den gesamten Artikel lesen…

Johann Ludwig Carl Zincken – Direktor, Ministerialrat und Mineraloge

Bild: Ruinen einer Hütte am Museum Carlswerk in Mägdesprung im Harz.

Johann Ludwig Carl Zincken wurde am 13. Juni 1791 in Seesen am Harz geboren. Sein Vater war Hofrat am Hofe zu Braunschweig und Gerichtsschultheiss in Seesen1. Nach dem Besuch der Jacobsenschule in Seesen – einer israelitisch reformierten Schule, die von seinem Vater mitbegründet wurde – besuchte er das Gymnasium in Holzminden. Danach wurde er im Oberharz auf eine Laufbahn als berg- und hüttenmännischer Beamter vorbereitet. Weitere Stationen waren die Arbeit als HÜTTENELEVE und NIEDERER BEAMTER auf der Königshütte in Lauterberg sowie auf den Hütten in Wieda und Zorge und der Rotehütte bei Sorge – allesamt im Harz gelegene Eisenhütten. Vorher hatte er aber schon ein bewegtes Leben in verschiedenen Stellungen am braunschweigischen Hofe hinter sich. Er war unter anderem Generalauditeur der…

Den gesamten Artikel lesen…

Johann Gottfried Wilhelm Gangloff – Die Legende um einen Wilddieb

Bild: Gedenkstein in Sylda zum Andenken an den Wilddieb Johann Gottfried Gangloff.

Johann Gottfried Wilhelm Gangloff wurde am 23. Mai 1794 in Hohlstedt in der Goldenen Aue geboren. Seine Eltern waren Weber, deshalb kann angenommen werden, dass er in Armut aufwuchs. Seine soziale Herkunft bedingte, dass auch Gangloff nur den Beruf des Webers erlernen konnte. Im Jahre 1817 heiratete er. Über seine Familie ist fast nichts bekannt, außer dass er vier Söhne und zwei Töchter hatte. Seit mindestens 1819 lebte er in Sylda1 im Mansfelder Land. Gangloffs ehemaliges Wohnhaus in Sylda ist heute nicht mehr zu besichtigen. Es wurde am 4. August 1981 abgerissen, als ein 140-Tonnen-Bagger von Hettstedt nach Nachterstedt verlegt werden musste. [↩]

Den gesamten Artikel lesen…

Johann Gottfried Boltze – Der erfolgreiche Unternehmer des 18. Jahrhunderts und sein Wirken für Salzmünde

Bild: Johann Gottfried Bolze und Ida Bertha Bolze, geborene Kamprad.

Die Familie Boltze ist seit langer Zeit in der Gegend um Salzmünde im heutigen Saalekreis beheimatet. Hier wurde am 14. Januar 1802 Johann Gottfried Boltze geboren. Sein Vater, während des Militärdienstes bei einem Schießunfall im Alter von 22 Jahren völlig ertaubt und an der rechten Hand schwer verstümmelt, schenkte sich nichts. Durch harte Arbeit ermöglichte er trotz der Widrigkeiten der napoleonischen Zeit und der eigenen Behinderung seiner Familie als Bauer, Gastwirt und Braunkohlegrubenbesitzer einen bescheidenen Wohlstand und, was besonders wichtig war, seinen beiden Söhnen eine gute Ausbildung. Der junge Johann Gottfried Boltze wurde auf die hallesche Privatschule Knorr gegeben. Sein Vater konnte lediglich ein fünftel des Schulgeldes aufbringen. Den Rest schickte er in Form von Lebensmitteln: Mehl, Butter, Speck und…

Den gesamten Artikel lesen…

Adolf Stoecker – Eine deutsche Karriere: Dorfpfarrer, Hofprediger, Politiker und Antisemit

Bild: Adolf Stoecker. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Adolf Stoecker wurde am 11. Dezember 1835 in Halberstadt als zweites Kind eines Wachtmeisters und Schmiedes geboren. Er hatte drei Geschwister und wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen in der Domstadt auf, konnte aber die Domschule in seiner Heimatstadt Halberstadt besuchen und das Abitur machen. Stoecker studierte danach bis1859 in Wittenberg und Berlin Theologie. Sein Studium schloss er mit dem Examen der Theologie und dem Oberlehrerexamen ab. Er arbeitete danach als Hauslehrer in Ostpreußen. 1862 unternahm er eine Reise nach Italien zum Vatikan.

Den gesamten Artikel lesen…

Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode

Bild: Fürst Otto zu Solberg-Wernigerode. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Otto zu Stolberg-Wernigerode wurde am 30. Oktober 1837 in Gedern in Hessen geboren. Er studierte Jura und Verwaltungswissenschaften in Göttingen und Heidelberg. Danach diente er in der preußischen Armee. Bereits 30jährig übernahm er auf Empfehlung Bismarcks das Amt des Ersten Oberpräsidenten der neu ins Leben gerufenen Preußischen Provinz Hannover, das er bis 1873 innehatte. Ab 1867 hatte er einen Sitz im Norddeutschen Reichstag.

Den gesamten Artikel lesen…

Generalfeldmarschall Karl Rudolf Gerd von Rundstedt

Bild: Portrait des Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt - 18.09.1947 in Nürnberg. Dieses Werk ist in den Vereinigten Staaten gemeinfrei, da es von einem Beamten oder Angestellten einer US-amerikanischen Regierungsbehörde in Ausübung seiner dienstlichen Pflichten erstellt wurde und deshalb nach Titel 17, Kapitel 1, Sektion 105 des US Code ein Werk der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ist.

Karl Rudolf Gerd von Rundstedt wurde am 12.12.1875 in Aschersleben – heute Landkreis Salzlandkreis – als Sohn eines Husarenoffiziers1 geboren. Er entstammte einer uralten preußischen Soldatendynastie, die über viele hundert Jahre ihren Kurfürsten, Königen und später dem Kaiser dienten2. Noch heute erinnert eine farbige Glasscheibe in einem der linken Fenster in der Apsis der Kirche St. Stephani zu Aschersleben an Gerd von Rundstedt. Gerd von Rundstedt besuchte das Realgymnasium in Frankfurt an der Oder, ging dann aber im Alter von zwölf Jahren an die Kadettenschulen Oranienstein und Groß-Lichterfelde. Der genaue Dienstgrad des Vaters Gerd von Rundstedts zum Zeitpunkt der Geburt ist mir nicht bekannt. Sicher ist aber, dass der Vater Gerd von Rundstedts später bis zum Generalmajor aufstieg. [↩]Im Jahre…

Den gesamten Artikel lesen…

Otto Bösel – Ein Ritterkreuzträger aus Eisleben

Bild: Die legendäre deutsche FlaK 88 mit dem Kaliber 88 Millimeter in Nordafrika. Diese Flugabwehrkanone wurde wurde während des UNTERNEHMENS THESEUS erstmals sehr erfolgreich zur Bekämpfung von Panzern und Selbstfahrlafetten eingesetzt. Bild: Under the licence of Commons:Bundesarchiv. Bundesarchiv, Bild 101I-443-1574-23 / Zwilling, Ernst A. / CC-BY-SA.

Der Ritterkreuzträger Otto Bösel wurde am 12. Juli 1913 in Eisleben geboren. Nach seiner militärischen Grundausbildung und einem Lehrgang bei einem Flugabwehrregiment wurde er zu im Zweiten Weltkrieg zu Beginn des Polen-Feldzuges in die 2. Batterie des Flakregimentes 43 versetzt. Danach folgten weitere Einsätze auf dem Balkan sowie von 1941 bis 1943 unter dem wohl berühmtesten Heerführer der Achsenmächte – Erwin Rommel – unter der Glutsonne Nordafrikas. Im Deutschen Afrikakorps wurden auch zum ersten Mal im großen Maßstab Flugabwehrkanonen gegen feindliche Panzer und Selbstfahrlafetten eingesetzt, weil andere geeignete Abwehrmittel bedingt durch einen langen und durch die Alliierten bedrohten Transportweg nur sehr eingeschränkt zur Verfügung standen.

Den gesamten Artikel lesen…

Hilde Benjamin – Die ROTE HILDE oder ROTE GUILLOTINE

Bild: Portrait der Hilde Benjamin. © Copyright by the Deutsche Fotothek of the Saxon State Library (SLUB).

Hilde Benjamin wurde am 2. Februar 1902 als Hilde Lange in der Industriestadt Bernburg an der Saale geboren. Ihr Vater war kaufmännischer Angestellter und das Elternhaus galt als liberal und weltoffen, die Familie hatte noch zwei weitere Kinder. Hilde Benjamin war eine der brutalsten Richterinnen in der DDR und stand den Richtern im Dritten Reich in nichts nach. Nach ihrem Abitur studierte sie von 1921 bis 1924 in Berlin, Heidelberg und Hamburg Jura. 1926 heiratete sie Georg Benjamin, der gemeinsame Sohn Michael kam im Jahr 1932 zur Welt.

Den gesamten Artikel lesen…

Gabriel Bach – גבריאל בך – Der stellvertretende Chefankläger im Fall Adolf Eichmann

Bild: Gabriel Bach im Oktober 2009. Dieses Bild ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Urheber ist Etan Tal - איתן טל.

Gabriel Bach wurde am 13. März 1927 als Sohn des wohlhabenden Direktors der HIRSCH KUPFER- UND MESSINGWERKE in der Harzstadt Halberstadt geboren. Seit seinem 2. Lebensmonat wuchs er in Berlin auf und besuchte dort ein jüdisches Gymnasium. Als der Terror des Naziregimes immer schlimmer wurde, verließ die Familie im Oktober 1938 das Deutsche Reich und flüchtete in die Niederlande. Kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen verließen die Flüchtlinge ihr Asyl in Richtung Palästina und ließen sich in Jerusalem nieder. Nach dem Krieg studierte Bach in London Jura und schloss das Studium 1949 mit Auszeichnung ab. Später arbeitete er bei der Staatsanwaltschaft und wurde 1961 zum stellvertretenden Leitenden Staatsanwalt berufen. Im selben Jahr wurde er auch stellvertretender Ankläger im Fall…

Den gesamten Artikel lesen…

Köhlerei und Kupferschieferverhüttung im Unterharz

Bild: Nachbau einer Köhlerhütte - der sogenannten Kote - und eines Holzkohlemeilers an der Kohlenstraße bei Wippra.

Der Sage nach sollen die beiden aus Sachsen stammenden Bergknappen NAPPIAN und NEUCKE um das Jahr 1200 nach Christus auf dem Kupferberg bei Hettstedt das erste Kupferschiefer gefunden haben. Damit begann für das Vorharzgebiet eine über Jahrhunderte anhaltende wirtschaftliche Blütezeit, die erst mit den Wassereinbrüchen in den Schächten des Mansfelder Reviers im Jahre 1967 und im Sangerhäuser Revier nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990 endete. Untrennbar mit der Aufbereitung des Kupferschiefers zu Kupfer und Silber ist die Köhlerei verbunden.

Den gesamten Artikel lesen…

Alexisbad und der VEREIN DEUTSCHER INGENEURE – VDI

Bild: Alexisbad im Winter 2010/2011.

Alexisbad im Harz im 19. Jahrhundert Der kleine Ort Alexisbad – romantisch im Tal der Selke inmitten des Ostharzes gelegen – hat eine sehr lange Bergbautradition. Aber auch als Kurort hatte sich Alexisbad in früheren Zeiten einen guten Namen erworben. Im Jahre 1766 wurde die heilende Wirkung des Wassers eines Bergwerkstollens entdeckt und für Kuren verwendet. Herzog Alexius Friedrich von Anhalt-Bernburg gründete im Jahre 1810 das Alexisbad. Bald entwickelte sich Alexisbad zu einem Ort für eine illustre Gesellschaft. Es wurde eine Spielbank eröffnet, zu der auch einfache Leute Zutritt hatten.

Den gesamten Artikel lesen…

Die Wassereinbrüche auf dem Otto-Brosowski-Schacht bei Siersleben

Bild: Der Otto-Brosowski-Schacht bei Augsdorf im Landkreis Mansfeld-Südharz. Aufnahme aus dem Jahre 2006.

Wassereinbrüche waren in den Kupferschieferschächten im Mansfelder Revier immer schon ein Problem. Für die Wasserhaltung wurden seit Jahrhunderten hohe finanzielle Mittel aufgewandt – eine Voraussetzung für den sicheren Kupferschieferbergbau in der Mansfelder Mulde. Es wurden teils lange Stollen zur Entwässerung der Schächte angelegt. Für das Mansfelder Revier hatte der Schlüsselstollen von Eisleben nach Friedeburg mit 31 Kilometern Länge eine besondere Bedeutung.

Den gesamten Artikel lesen…

Das Schiess- oder Sprengunglück auf dem Hohenthal-Schacht bei Helbra vom 20. Februar 1912

Bild: Die Ruinen des Hohenthal- oder Hans-Seidel-Schachtes an der Landesstraße L160 zwischen Helbra und Volkstedt. Foto © 2012 by Birk Karsten Ecke.

An der Landesstraße L160 zwischen Helbra und Volkstedt im Mansfelder Land liegen rechter Hand die Ruinen des ehemaligen Hohenthal- und späteren Hans-Seidel-Schachtes. Der 1887 als Kuxberger Fahr- und Wetterschacht abgeteufte Schacht wurde noch während der Teufzeit in Hohenthal-Schacht umbenannt. Graf Hohenthal war in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg einer der Hauptaktionäre der MANSFELDSCHEN KUPFERSCHIEFER BAUENDEN GEWERKSCHAFT. 1951 wurde der Schacht in Hans-Seidel-Schacht umbenannt, nach einem 12. Februar 1933 während des Eisleber Blutsonntages tödlich verletzten Kommunisten. Die Förderung von Kupferschiefer auf diesem Schacht wurde 1958 eingestellt und 1971/1972 wurde die Förderröhre verfüllt1. Mein Vater, der beruflich eng mit der MANSFELD verbunden war, erzählte mir nach dem Lesen dieses Textes, dass auf dem Gelände des Hans-Seidel-Schachtes nach Auflassung des Bergbaues auf…

Den gesamten Artikel lesen…

Hettstedt – Die Dampfmaschine auf der Preußischen Hoheit

Bild: Risszeichnung der Hettstedter Dampfmaschine. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Die Wasserhaltung war, zumindest seit man die Schächte in eine größere Tiefe teufte, eines der großen Probleme des Mansfelder Kupferschieferbergbaues. Zur Bewältigung der Wassermassen wurden in der vorindustriellen Zeit Pumpen eingesetzt, die durch Pferdegöpel angetrieben wurden. Wasser zum Antrieb dieser Pumpen stand zumindest im Hettstedter Revier wegen der Lage hoch über dem Flüsschen Wipper nicht zur Verfügung.

Den gesamten Artikel lesen…

Der Lohntag der Bergleute im Mansfelder Revier in historischer Zeit

Bild: Mansfelder Segenstaler.

Der Lohntag war der große Tag der im Akkord arbeitenden Bergleute. An diesem Tage erhielten sie endlich den wohlverdienten, wenn auch geringen Anteil am Reichtum, den sie der Mansfelder Kuferschieferbauenden Gewerkschaft erarbeiteten. Vor 1900 wurde der Lohn von den Betriebsführern bereits am frühen Morgen an die Kameradschaftsführer übergeben. Die Kameradschaftsführer zahlten dann in den Gaststätten und Kneipen der Bergmannsorte die Gelder an die Bergmänner, die Kameraden, aus.

Den gesamten Artikel lesen…

Die Strebarbeit der Bergleute im Kupferschieferbergbau im Mansfelder Revier in historischer Zeit

Bild: Kumpel des VEB MANSFELDKOMBINAT WILHELM PIECK bei der Arbeit unter Tage 1952. Bild: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.

Im Bergbau des Mansfelder Landes wurden die Bergleute immer nach der Menge des geförderten erzhaltigen Kupferschiefers entlohnt, für taubes Gestein gab es kein Geld. Deshalb wurde der Streb, das ist der Arbeitsplatz des Bergmannes so niedrig wie möglich gehalten. Im allgemeinen war das die Schulterhöhe des im Liegen arbeitenden Häuers, also etwa 40 Zentimeter. Jeder Bergmann hatte einen Streb von etwa 3 Meter Breite zu bearbeiten. Die Arbeitsweise bedingte, dass nur Rechtshänder als Häuer arbeiten konnten. Ein Linkshänder hätte den neben ihm arbeitenden Häuer mit der Keilhaue schwer verletzt.

Den gesamten Artikel lesen…

Der Bergmann im Mansfelder Revier in historischer Zeit

Bild: Häuer und Steiger im Mansfelder Revier. Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Auf seinem oft weiten Fußweg zum Schacht oder zum Haltepunkt der Werkbahn – der so genannten Geikelmannsbahn – war der Bergarbeiter im Mansfelder Land schon äußerlich erkennbar: seine Arbeitskleidung war gleichzeitig die Wegbekleidung. Im Winter trug er zusätzlich eine einigermaßen wärmende Jacke, die er dann in der Revierstube ablegte. Separate Umkleide- und Waschräume gab es erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Siehe dazu auch1. Die aufwändig gearbeitete und empfindliche Berguniform wurde nur zu besonderen Anlässen getragen. Umkleide- und Waschräume, die sogenannten Kauen, wurden erst im 19. Jahrhundert auf den Schächten eingerichtet. In den Kauen wurde die Kleidung an Stahlseilen unter die Decke gezogen. Auf diese Weise konnten die oft nassen Arbeitssachen bis zum Beginn der nächsten Schicht trocknen. In…

Den gesamten Artikel lesen…

Über das Kupfererz oder Kupferschiefer im Mansfelder Revier und seine Nutzung

Bild: Kupfergehalte des Mansfelder Kupfererzes oder Kupferschiefers im Mansfelder Revier.

Das Kupferschiefer – Einleitung Das Kupfererz, auch Kupferschiefer genannt, enthält eine Vielzahl von Metallen, unter anderem Kupfer, Blei, Zink und Silber. Das Erz enthält nur in wenigen Gebieten abbauwürdige Kupferkonzentrationen. Manche Erze waren und sind auch auf Grund ihrer Stoffeigenschaften nicht wirtschaftlich verarbeitbar.

Den gesamten Artikel lesen…

Die Geschichte der Bergschule in Eisleben

Bild: Das Katharinenstift mit dem Knappenbrunnenen in Eisleben. Hier war zwischen 1817 und 1844 die Bergschule untergebracht.

Eng mit der Geschichte der alten Bergbaustadt Eisleben ist die Bergschule verbunden. Bereits gegen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts erkannten die Bergbaubetriebe in der Mansfelder Mulde, dass sie entsprechend ausgebildetes Führungspersonal benötigen würden, um den Kupferschieferbergbau langfristig aufrecht erhalten zu können. Allerdings war die politische Situation im Gebiet um Eisleben und Hettstedt zu jener Zeit eher ungünstig – es gab eine Berggrenze.

Den gesamten Artikel lesen…

Ein kurzer Abriss über den Bergbau im Mansfelder- und Sangerhäuser Revier

Bild: Bergleute im Kupferschieferbergbau bei der Strebarbeit in historischer Zeit.

Im Jahre 1199 sollen die Bergknappen Nappian und Neucke auf dem Kupferberg bei Hettstedt mit dem Bergbau auf Kupferschiefer begonnen haben. Der Kupferschieferbergbau und in seinem Gefolge auch die kupferverarbeitenden Gewerke und Industrien waren über einen Zeitraum von 790 Jahren die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung im südöstlichen Harzvorland. Der Überlieferung nach sollen die beiden aus Sachsen eingewanderten Bergknappen das erste Kupferschiefer gefunden und so den Kupferschieferbergbau im Mansfelder Land begründet haben. Die beiden Bergknappen sind in der über viele Jahrhunderte für die Häuer typischen liegenden Arbeitshaltung dargestellt. Diese Arbeitshaltung hat stets schwere Gesundheitsschäden hervorgerufen. In diesem Gebiet – also den Revieren um Mansfeld, Eisleben und Sangerhausen – wurden insgesamt 2.6 Millionen Tonnen reines Kupfer und 14200 Tonnen reines Silber zu Tage…

Den gesamten Artikel lesen…

Pferdezucht und Viehtrift in historischer Zeit im Unterharz

Bild: Pferdeportrait.

Der Unterharz wurde in den vergangenen Jahrhunderten im Wesentlichen fortstwirtschaftlich genutzt. Landwirtschaft war wegen des rauen Klimas, der ertragsarmen Böden sowie der relativen Regenarmut durch das Brockenmassiv und der starken Zergliederung der Harzhochfläche mit tiefen Taleinschnitten nur eingeschränkt möglich. Ackerbau wurde aus den genannten Gründen nur in geringem Umfang betrieben. Die Viehzucht hatte aber eine große Bedeutung. Die Grafen von Mansfeld, denen weite geschlossene Wald- und Wiesenflächen im Unterharz zwischen Mansfeld und Königerode gehörten, betrieben dort eine besondere Art der Pferdezucht.

Den gesamten Artikel lesen…

Die Grafen von Mansfeld und ihre Herrschaft

Bild: St. Georg - der Drachentöter - ist der Schutzheilige der Stadt Mansfeld. Motiv auf einem Mansfelder Segenstaler.

Um die Geschichte der Grafschaft Mansfeld verstehen zu können, ist ein Exkurs bis in die Zeit der germanischen Völkerwanderung in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung erforderlich. Nachdem das Thüringerreich im Jahre 531 in der Schlacht von Burgscheidungen durch anstürmende Sachsen und Franken zerschlagen wurde, ließen sich im heutigen Mansfelder Land die Sachsen nieder.

Den gesamten Artikel lesen…

Hoyer von Mansfeld und die Schlacht von lignum catuli oder Welfesholz

Bild: Der Tod des Grafen Hoyer von Mansfeld. Skulptur in Welfesholz.

Mit Hoyer I. von Mansfeld, der in manchen Quellen auch als Hoyer II. bezeichnet wurde, beginnt die geschriebene Geschichte der Grafen von Mansfeld und der Grafschaft Mansfeld. Hoyer I. war der erste dieses Geschlechtes, der sich nach seinem Stammsitz, der Burg hoch über dem Städtchen Mansfeld, benannte. Weil seine Mutter bei der Geburt verstarb, rühmte sich Hoyer vor der Schlacht am Welfesholz:

Den gesamten Artikel lesen…